Sudamerica 2010


Rien ne va plus
27 Oktober, 2010, 17:01
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Rien ne va plus

Dieses Wochenende fuhr ich mi Sonja und Anastasia, einer Deutsch-Russin nochmals nach Riobamba. Sonja ist übrigens seit vorletztem Freitag “Frau Doktor”, da sie von der ETH ihren Abschluss erhalten hat. Dies nur nebenbei, für mich ist dies insofern spannend, da ich von ihr bei Fragen zu ihrem Gebiet spannende antworten bekomme. Ganz allgemein war das Wochenende wieder sehr reichhaltig und trozdem Erholsam. Wir fuhren nochmals in die Chimborazo Region und bewanderten dort eine Andische Hochebene. Die Umgabung war richtig gemacht dazu, seine Seele zu reinigen. In unserer Entspannung vergassen wir fast Raum und Zeit und wurden von einem Wetterumbruch überrascht. Beim Chimborazo hingen bereits die Wolken und von der anderen Seite wurden wir durch eine nahende Wolkenwand in die Enge getrieben. Damit nich genug; als wir uns mit dem Kompass in Richtung Passstrasse begaben, begann es noch zu schneien. Zum Glück hielt die erste Camionetta, ein Holztransporter, gleich an und nahm uns bis nach Riobamba mit.

Ich fuhr mit vielen neuen Eindrücken nach Otavalo zurück. Dort geht übrigens seit Sonntag morgen nichts mehr. Wir kamen erst am späten Abend an und waren vom Strom Spar Tag nicht betroffen. Heisst auf ecuadorianisch, dass die Regierung der ganzen Stadt den Strohm abdrehte. Bei uns wäre da wohl die gesamte amitierende Regierung ausgewechselt worden, hier nahm man es anscheinend gelassen. Strohmausfälle gibts ja fast wöchentlich, so auch jetzt am heutigen Dienstag.
Auf das Stromsparprogramm folgte am Montag ein Streik der Camioneure und zum grossen Unmuht der Bevölkerung folgten Bus- und Taxifahrer mit in den Streik. Daraufhin fielen die Schulen aus und es fehlte wieder eimal nicht viel, bis die Lage eskaliert wäre. Bis gestern Abend wurden die teils politischen Spielchen beendet und so kehrte Heute wieder Normalität ein. Sprich, auf den Streik folgte heute der nächste Stromausfall…..

Zu meiner Gesundheit: Dieses Thema wird zur leidigen Sache, drückt mir aber nicht aufs Gemüht. Seit rund einem Monat hatte ich nun keine Woche, in der nicht etwas war. 2x spielte mein Darm verrückt und dieses Wochenende habe ich nun meine Stimme verlohren. Als nicht nur in Otabalo geht nichts mehr. Schmerzen und Husten habe ich fast nicht, werde aber ziemlich sicher keine Englischunterricht geben können. Ich wollte aber unbegingt in die Gemeinde. Erstens habe ich einen tollen Aufrag von einem Restaurant reingeholt, den ich noch mit dem Schreiner erledigen möchte und zweitens ist dies meine letzte Woche hier.

Am Donnerstag gibts deshalb noch eine kleine Feier und wir backen Pizza im Steinbackofen.

Am Freitag fahren wir dann nach Puerto Lopez an die Küste. Gleich danach gehts an die Küste und den Urwald Kolumbiens und wenn ich zurück bin, gibts zu meinem Abschied noch eine Riesensause.

Jetzt hoffe ich, dass sich meine Stimme erholt und mir keine weiteren Streiks meine Pläne für die letzten Wochen durchkreuzen.

Ps: bitte entschuldigt, dass ich teilweise eure Fragen in den Mails nicht beantworte. Ich habe nicht oft die Zeit oder Möglichkeit, ins Internet zu gehen. 

Kleiner Nachtrag vom Mittwoch: heute haben wir kein Wasser

Saludos a todos

Lukas



Von der Gemeinde ins Spital
16 Oktober, 2010, 11:08
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Obwohl es scheint, als sei hier an manchem Ort die Zeit stehen geblieben, vergehen die Tage im nu.

Ich hab mir diese Woche eine Tageszeitung gekauft und diese durchstudiert. Mit der Zeitung habe ich mich diese Woche ein paar mal bewusst abgekapselt. Das war zwar nicht die feine Art, doch konnte ich so wenigstens ein paar Brocken spanisch lernen.

Vieles hat sich hier eingepändelt oder ich mich einfach noch besser eingelebt. Trotzdem gibt es immer wieder Überaschunngen: Beispielsweise diesen Donnerstag. Wie so oft, ging ich schon etwas früher in den Kindergarten, um vor dem englisch Unterricht noch etwas Piccolo zu spielen. Nun, plötzlich meldete sich mein Magen und ich musste dringend aufs Klo. So dringend, dass ich kurzum im Kindergarten aufs Klo ging. Als ich mein Geschäft erledigt hatte, musste ich feststellen das bei den Klos trotz Spühlkasten die Spühlung gar nicht funktionierte. Der einzige behälter beim Klo war ein tiefer Teller, der aber zum Spühlen nicht genügend Wasser fasst. Nachtdem ich die Guarderia nach einem Behälter durchsucht hatte, kam ich mit einem alten Benzinkanister zurück und spühlte die Schüssel mit voller Kraft durch. Und übrigens, Klopapier hatte es auch keines, aber dieses nehme ich schon standartmässig selbst mit.

Bis hier hin schrieb ich den Blog am Donnerstag vor. Heute Freitag Nacht sieht alles anders aus. Ich kam heute zufrieden nach Hause und war glücklich darüber, wieder “gesund” zu sein. Dann jedoch kam alles anders und ich sollte heute noch im Spital landen. 
Diana und ich assen einen Tomaten-Mozarella Salat und ich wusch danach das Geschirr ab. Plötzlich hatte ich die womöglich heftigsten Bauchschmerzen meines Lebens. Ich dachte schon an den Blinddarm und kotzte erstmal den ganzen Salat wieder raus. Dann folgte ca eine Stunde, in der ich mich vor Schmerzen wälzte und zum Glück aber immer wieder zwischendurch aufs Klo und den Magen leicht entspannen konnte. Ich war anscheinend kreidebleich und sorgte für den Schocker des Tages. Als ich es selbst vor Schmerz nicht mehr aushielt, kam ich der Forderung zweier Kolleginnen nach und fuhr mit denen ins Spital.

Okay, was ich dort alles erlebt habe, kommt etwa einem Monty Python Sketch gleich, hat aber wenig mit unserer Vorstellung eines Spitals gleich.

Der Eingangsbereich wurde von frischen Blutflecken geziert und die Ärzteschaft war schon beim notieren meines Namens gefordert (ich hab nun mal nur einen apellido). Trotzdem bekam ich dann rasch eine Liege und wie jeder Neuankömmling eine Fusion. Diana die mitwar stellte sicher, dass die Spritze frisch war.
Nach einer halben Stunde am Tropf gings mir leicht besser und ich bestand drauf, sofort eine Stuhlprobe abzugeben. Jetzt wollte ich sicher sein, ob ich nicht doch Parasiten habe. Die Sache mit dem Blinddarm haben wir mittlerweile durch eine Selbstdiagnose ausgeschlossen; Svenja die auch mit war hatte damit Erfahrung. 
Die Krankenschwester drückte mir auf mein Begehren hin einen Becher für die Probe in die Hand mit der Infusion. In die andere bekam ich den Beutel mit der Infusionslösung! So shleppte ich mich aufs Klo wo ich feststellen musste, das es dort kein Klopapier gibt. So ging ich an den Schalter wo mir mitgeteilt wuede, dass ich dieses in der nächsten Tienda kaufen könne. Mit den Taschentüchern von Diana gings dann wieder aufs Klo, wo ich erstmal den Infusionsbeutel auf den Boden legen musste, um den Rest mühsam zu erledigen. Hat mir aber gut getan, den Magen weiter zu leeren, zumal es mir bis jetzt wieder gut geht. Meine Intervention kam ebenfalls zur richtigen Zeit. Nach rund eineinhalb Stunden war die Infusion durch und paralell haben sie herausgefunden, dass ich Parasiten habe. Jetzt bin ich wieder in der Voluntärswohnung und mit Medis versorgt, die ich vertrage.

Sodeli, dass war jetzt wieder mal ein längerer Bericht. Ich hoffe ihr hattet Spass beim lesen. Auch wenn einiges wohl schlimm klingen mag, ich fühle mich wohl hier in Otavalo, bin bei guter psyhisher Verfassung und mit dem Körper wirds auch wieder. 

Saludos y hasta luego

Lukas



Dünnpfiff
13 Oktober, 2010, 16:52
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Hallo zämme

Und nun hat es mich doch erwischt. Letzten Woche nahm mich der ecuadorianische König Durchfall mit in sein Reich. Was es da zu erleben gab war nichts Schönes. Als Höhepunkt verbrachte ich zusammen mit dem Klo eine Freinacht und ging infolge dessen am Donnerstag in Centro Médico. Die Medikamente die ich dort bekam, gaben mir dann noch den Rest. Am Freitag fühlte ich mich wieder besser, hätte die Antibiotikas aber noch weiter nehmen sollen. Weil diese mir aber bei jedem Einnehmen fast den Magen verbrannten, musste ich diese wieder absetzten. Seit dann gehts mir wieder gut und es scheint mir, dass sich lediglich die zerstörte Darmflora wieder rehabilitieren muss.

Vor einer Woche habe ich einen Flug nach Santa Marta via Bogóta gebucht. Ich bin froh, diese Entscheid getroffen zu haben und freue mich, in drei Wochen an die Karibikküste Kolumbiens zu reisen. Vor Ort möchte ich eine sechstägige Tour durch den Jungel zu einer Ruinenstadt machen und danach noch ein paar Tage in das schmucke Kolonialstädchen Cartagena. So Kann ich noch 2 Wochen Sonne tanken, bevor ich in den Schweizer Winter zurückkehre.

Dies war das wichtigste in Kürze.

Liebe Grüsse

Lukas

 



Fotos vom September
2 Oktober, 2010, 15:31
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Alles okay in Gualapuro
1 Oktober, 2010, 0:43
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Hallo zusammen

die grenzen wurden anscheinend dich gemacht und in Ibarra wurde bereits ein supermarkt geplündert.

Bei uns in Gualapuro ist alles wie gehabt.

Ich habe übrigens per zufall ein ganz schwaches internet signal entdeckt (von der Nachbarsgemeinde) Deswegen auch die Nachricht aus Gualapuro.

Liebe Grüsse
lukas




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